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Rainer Wolk (46):
Vorgeschichte
Am 11.06.2006 erlitt ich in Folge eines Unfalles, schwere Wirbelsäulenverletzungen. Der 2
Lendenwirbel war gebrochen, und der 4 Lendenwirbel war so stark zertrümmert, dass er
durch einen Metallkäfig „Kage“ ersetzt werden musste. Die Wirbelsäule wurde von L1 bis L5
mit einem Gestänge stabilisiert. Diagnose: Inkomplette Paraplegie! Außerdem war der rechte
Fuß, im Bereich Sprunggelenk gebrochen, und das rechte Knie war ebenfalls stark in
Mitleidenschaft gezogen, was sich aber auf Bänderdehnungen und Prellungen beschränkte.
Anfangs konnte ich die Beine nicht bewegen, und abgesehen von sehr starken
Empfindungsstörungen, spürte ich meine Beine auch nicht.
Die folgenden 12 Monate waren
von Therapien und Reha-Maßnahmen geprägt. In der gesamten Zeit begleiteten mich starke
Rückenschmerzen, die erst aufhörten als das Stützgestänge an der Lendenwirbelsäule entfernt
wurde. Nach wie vor Spüre ich, so ab dem Bauchnabel, nur noch sehr wenig von meinen
unteren Extremitäten. Das rechte Bein kann ich sehr gut bewegen und auch stabilisieren, was
mir beim Gehen an 2 Unterarmgehstützen natürlich sehr hilft. Das linke Bein spüre ich gar
nicht, und ich kann es auch nur bedingt bewegen. Um gehen und stehen zu können, wurde für
das linke Bein eine Orthese angefertigt, die das Knie in alle Richtungen stabilisiert, und den
Fuß in der richtigen Position hält. Trotz der Orthese und der 2 Unterarmgehstützen, kann ich
nur etwa 30-50 Meter gehen, brauche aber dafür einige Zeit. An schlechten Tagen ist die
Gehstrecke jedoch auf wenige Meter begrenzt. Nach wie vor werden meine Gehstrecken, und
die Zeit die ich sitzend verbringen kann, von starken Belastungsschmerzen begrenzt. Während der ersten Monate nach dem Unfall, habe ich unter großen Zukunftsängsten gelitten,
da ich keine Möglichkeit sah, wie ich meinen Lebensunterhalt mit diesen Einschränkungen
bestreiten soll. Die Angst, meine Familie zu verlieren oder vielleicht unser Haus, in das wir
unser ganzes Geld und viel Arbeit gesteckt habe, war sehr groß.
Ich habe mich deshalb zeitig
um Möglichkeiten bemüht, wie ich die durch den Unfall erlittenen Nachteile in meinem
zukünftigen Leben ausgleichen könnte. Den Rest meines Lebens weitestgehend im Rollstuhl
zu verbringen, war für mich keine annehmbare Lösung. Ich habe deshalb im Internet
recherchiert welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen, um Menschen mit Gehbehinderungen
wieder, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die Beine zu helfen.
Da ich aber zunächst nur im
Bereich „Hilfsmittel, Sanitätsbedarf o. ähnliches“ recherchierte, waren meine Bemühungen
nicht gerade von Erfolg gekrönt. Ich fand nur sehr aufwändige Elektrorollstühle, die zum Teil
mehr kosteten als ein Kleinwagen. Erst über ständig umformulierte Suchbegriffe, fand ich
zufällig einen Link, der mich letztendlich zur Webseite der Firma „Segway“ führte.
Nachdem ich die bereitstehenden Informationen gelesen hatte, war ich davon überzeugt, dass
dieser Personal Transporter für mich genau das Richtige ist. Kurzerhand habe ich das
Unternehmen Segway angeschrieben, und um Informationen gebeten, wann und wo ich denn
ein solches Gerät testen könnte. Dies war auch nach kurzer Zeit möglich, da es wenige
Kilometer entfernt einen Vertriebspartner von Segway gab. Der Test war zwar sehr kurz, da
ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht besonders belastbar war, aber er war für mich so
überzeugend, dass ich die Firma Segway um Unterstützung gebeten habe, um dieses Gerät in
der Berufsgenossenschaftlichen-Unfallklinik-Ludwigshafen, unter physiotherapeutischer
Betreuung testen zu können. Nach Rücksprache mit meinem direkten Ansprechpartner bei der
VBG-Mainz, Herr Glas, wurde ein Termin festgelegt, an welchem das Gerät in der BGUnfallklinik
Ludwigshafen vorgestellt wurde. Bei dieser ersten Vorstellung des i2 waren
Mitarbeiter der Physiotherapie, der Ergotherapie, und der Pflege anwesend.
Auch der leitende
Arzt der Querschnittsstation, Herr Dr. Biglari, schaute sich das Gerät interessiert an, und sein
erster Eindruck war durchaus von positiver Natur. Nachdem sich alle Beteiligten einig waren,
dass ein Test vor Ort möglich und sinnvoll erscheint, wurde nach Absprache zwischen der
VBG-Mainz und der Firma Segway eine Testphase im Hause der BGU-Ludwigshafen
vereinbart. Seither steht mir ein Mitarbeiter der Firma Segway, Herr Wieser, unterstützend
und beratend zur Seite. Herr Wieser ist Physiotherapeut und Osteopath, was für mich
natürlich sehr vorteilhaft ist, da ich Seitens der Firma Segway von einer Person betreut werde,
die sich auch etwas unter einer inkompletten Paraplegie vorstellen kann.
Anfang August brachte Herr Wieser einen Personal Transporter i2, in die BG-Unfallklinik
Ludwigshafen, wo er Herr Besselig, den Leiter der physiotherapeutischen Abteilung der
Querschnittsstation umfangreich in die Handhabung dieses Gerätes einwies. Herr Besseling
schaute sich auch kurz an, ob und wie ich auf dem Personal Transporter stehen kann, und
begann dann mit einem mehrtägigen Test, in dem er alle Funktionen und die Handhabung des
i2 persönlich testete. Nachdem sich Herr Besseling ein Bild davon gemacht hatte, welche
Anforderungen die Bedienung des i2 an die körperliche Beweglichkeit stellt, haben wir
zusammen einen Trainingsplan aufgestellt, und einen kleinen Katalog erarbeitet, welcher alle
Fähigkeiten erhielt, die ich erarbeiten müsste, um im täglichen Leben mit dem PT i2
klarzukommen. Danach wurde das Training mit dem Personal Transporter i2 von Segway in
die tägliche Therapie eingebaut.
Nun aber zu meinen Erfahrungen mit dem Personal Transporter i2 von Segway.1 Woche / BG-Klinik Ludwigshafen
In der ersten Woche nach Bereitstellung des Segway, beschränkte sich das tägliche Training
auf etwa 20 Minuten, unter ständiger Betreuung von Herr Besseling. Mehr ließ zu diesem
Zeitpunkt meine Belastbarkeit nicht zu.
Zunächst wurde ich in die Handhabung des Gerätes eingewiesen. Und die beiliegende DVD,
welche Sicherheitshinweise enthält, wurde angeschaut. Danach wurde das Auf- und
Absteigen geübt, immer verbunden mit einfachen Fahrübungen.
Hierzu gehörten Drehungen
in beide Richtungen, sowie das Vorwärts- und Rückwärtsfahren.
Ich habe in dieser Woche sehr schnell festgestellt, dass ich auf dem PT i2 stehend, keinerlei
Probleme mit dem Gleichgewicht habe. Hingegen habe ich, wegen der fehlenden Sensibilität
in den Beinen und Füßen, nach wie vor große Probleme mit dem Gleichgewicht, wenn ich auf
meinen eigenen Beinen und auf festem Boden stehe. Auf dem PT i2 stehend, gleicht das Gerät
alle Schwankungen für mich aus. Außerdem habe ich schon in der ersten Woche realisiert,
dass der PT i2 durch vorwärts oder rückwärts rollen anzeigt, ob ich gerade „ungewollt“ nach
vorne oder nach hinten kippe. Es gelang mir hierüber recht schnell ein neues Gefühl für mein
Gleichgewicht zu entwickeln, und infolge dieser neu erworbenen Fähigkeit sicher auf dem
PT zu stehen. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn man auf einer, wenn ich es mal so nennen darf
„Mobilitätshilfe“ sicherer steht als auf seinen eigenen Beinen.
2 Woche / BG-Klinik Ludwigshafen
Aufbauend auf die Übungen der letzten Woche, haben wir mit Fahrübungen in der Gehschule
begonnen. Slalom fahren, zwischen aufgestellten Hindernissen, vorwärts und rückwärts. Eine
Schräge hochfahren, oben drehen, und wieder runter. Die Schräge nur halb befahren, noch auf
der Schräge drehen, und wieder runter fahren. Vorwärts die Schräge hoch, rückwärts wieder
runter. All diese Übungen sind mir erstaunlicherweise sehr leicht gefallen, und die neu
gewonnene „aufrechte“ Mobilität hat mich mehr als beflügelt. Plötzlich ist man sich wieder
wie ein Mensch vorgekommen. Ich konnte plötzlich wieder größere Strecken stehend
überwinden. Herr Besseling ist inzwischen von meiner sicheren Bedienung des PT so weit
überzeugt, dass er mich in den weitläufigen Gängen des Klinikums alleine üben lässt.
Ach ja! Um es nicht zu vergessen: In der zweiten Woche konnte ich schon bis zu 30 Minuten auf dem
PT i2 trainieren, bevor die Belastungsschmerzen auftraten.
3 Woche / BG-Klinik Ludwigshafen
Nachdem sich Herr Besseling davon überzeugt hat, dass ich alleine „sicher“ Auf- und
Absteigen kann, und auch ansonsten verantwortungsbewusst und vorsichtig mit dem PT
umgehe, hat er mir das Gerät zum ganztägigen Gebrauch übergeben.
Leider ist meine Orthese
noch nicht fertig, deshalb muss ich immer das linke Bein mit einer aufklappbaren Gipsschiene
stabilisieren wenn ich mit dem Segway fahren möchte. Dies ist der einzige Grund hierfür,
dass ich nicht meinen gesamten Tagesablauf mit dem Segway bestreite. Die Gipsschiene ist
im Gegenteil zu der Orthese im Kniegelenk nicht beweglich, was natürlich bei allen
Therapien sehr störend ist. Ständiges an- und ablegen der Gipsschiene ist zu Zeitaufwendig,
deshalb habe ich das Training mit dem PT i2 zwischen den anderen Therapien eingebaut.
Am Ende der dritten Woche kann ich schon frei stehend, natürlich unter Zuhilfenahme der
Unterarmgehstützen, Auf- und Absteigen. Dies war die letzte Vorgabe von Herr Besseling,
damit ich mich auf dem gesamten Klinikgelände frei bewegen darf. Was soll ich sagen! Es ist
einfach toll, wieder aufrecht durchs Leben zu gehen (zu rollen). Meine Übungszeiten auf dem
Segway haben sich mittlerweile auf 45 Minuten gesteigert.
4 Woche / BG-Klinik Ludwigshafen
Nachdem ich mittlerweile sehr gut mit dem PT i2 klarkomme, haben wir in der vierten Woche
mit den schwierigsten Übungen begonnen. Mit therapeutischer Unterstützung, stehen die
ersten Versuche an Bordsteine und ähnliche Hindernisse zu überwinden. Im Außenbereich der
Gehschule stand eine große Auswahl von Übungsflächen zur Verfügung. Holprige Gehwege,
unbefestigte Wege, Rasenflächen, Bordsteine, kleine Treppen, und all diese Hindernisse
konnte ich am Ende der Woche mit dem PT i2 überwinden. Irgendwie scheint es plötzlich
keine unüberwindbaren Hindernisse mehr zu geben. Ein schönes, ein unbeschreibliches
Gefühl! Nachdem ich nun auch meine Orthese erhalten habe, bestreite ich nun den gesamten
Tagesablauf mit dem Personal Transporter i2 von Segway.
Noch etwas Erfreuliches zum Schluss! Mittlerweile kann ich fast eine Stunde auf dem PT
herumfahren. Gut und gerne 5 Kilometer Wegstrecke sind danach überwunden, ganz ohne
Schmerzen und ohne extreme Anstrengungen, die z. B. im Rollstuhl notwendig wären, um
diese Strecke zu überwinden.
Eine für mich ebenfalls sehr erfreuliche Erfahrung, machte ich während meiner
Übungsfahrten auf dem Klinikgelände. Plötzlich haben sich die Menschen wieder ganz
normal mit mir unterhalten, und mich nicht nur auf meine Behinderung reduziert. Wenn man
im Rollstuhl sitzt, reden die Menschen nur über die erlittenen Verletzungen, und das ständige
Bedauern, mit dem die Leute Ihr Mitgefühl ausdrücken wollen, baut einen nicht gerade auf.
Mit der Orthese unter einer langen Hose, und auf dem Segway stehend, erkennen die
Menschen gar nicht, dass man eine Gehbehinderung hat. Man kann sich ganz normal
unterhalten, und wenn man will, erzählt man von seiner Behinderung oder man lässt es.
Die Entlassung aus der BG-Unfallklinik Ludwigshafen steht an
Im Entlassungsschreiben der BG-Unfallklinik Ludwigshafen, ist folgendes nachzulesen:
Zitat:
Da Herr Wolk im beruflichen Bereich auch Kunden betreuen muss und hierfür Firmengelände
betreten muss, mit auch länger zurückzulegenden Strecken und die Firmen z. T. einen
Rollstuhlgebrauch auf dem Firmengelände (Anmerkung von Rainer Wolk „im
Produktionsbereich“) nicht zulassen, wurde Herr Wolk mit einem Segway versorgt, den er
eigeninitiativ ausgesucht hatte.
Hierbei handelt es sich um ein Elektrobetriebenes einachsiges Gerät mit zwei Reifen und
einer Plattform. Die Stabilität wird durch elektronische Messungen erreicht. Das Gerät wurde
Ihnen vorgeführt. Nach intensivem Training ist Herr Wolk nun in der Lage, dieses Gerät
sicher zu beherrschen, vor allem das Auf- Absteigen wurde geübt.
Dieses Gerät kann auch an einer entsprechenden Haltevorrichtung an einem Fahrzeug
mitgeführt werden, so dass es dann am Einsatzort problemlos zur Verfügung steht.
Die Möglichkeit der beruflichen Reintegration wurde durch die Versorgung mit diesem
Gerät deutlich verbessert bzw. sogar erst möglich.
Nach Rücksprache mit Herrn Glas von der VBG-Mainz, und natürlich mit dem
Einverständnis von Herr Wieser von der Firma Segway, nahm ich den PT i2 bei meiner
Entlassung aus der Klinik mit nach Hause, wo ich das Fahrtraining auf meinem Privatgelände
kontinuierlich fortgeführt habe. In meinem privaten Umfeld bestreite ich mittlerweile alle
Wegstrecken mit dem PT i2 von Segway. Meine aktiven Phasen haben sich hierdurch deutlich
verlängert, da ich die mir zur Verfügung stehende Kraft und Ausdauer nur für die zu
erledigenden Aufgaben verwenden kann, und sich das Überwinden der dazwischen liegenden
Wegstrecken einfach und unproblematisch gestaltet.
Herr Wieser hat mir, wie mit Herrn Glas von der VBG-Mainz besprochen, nun eine
Transportvorrichtung (s. Bild) zur Verfügung gestellt. Seither ist der PT i2 von Segway mein
ständiger Begleiter, und ich bestreite alle Wegstrecken mit dem Segway. Das Be- und
Entladen ist mit dieser Transporthilfe, trotz meiner Behinderung, kein Problem.
Eine Woche nach meiner Entlassung aus der Klinik habe ich mit der beruflichen
Belastungserprobung begonnen. Zunächst nur zwei Stunden täglich, ab der dritten Woche 4
Stunden täglich. Währen dieser Belastungserprobung habe ich auch im beruflichen Umfeld
alle Wege mit dem Segway bestritten. Hier bin ich nun am eigentlichen Ziel meiner
monatelangen Bemühungen angelangt. Mit Unterstützung, der VBG-Mainz, und natürlich der
Firma Segway, wurde mir eine Möglichkeit eröffnet, meinen Lebensunterhalt zukünftig
wieder selbst bestreiten zu können. Wie der behandelnde Arzt im Entlassungsschreiben der
Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen schon angemerkt hat, mach der PT
von Segway meine Wiedereingliederung in das Berufsleben überhaupt erst möglich. Natürlich
ist noch viel zu tun, und ich muss weiterhin auf mein Ziel hinarbeiten. Aber durch die mit
dem Segway wiedererlangte Mobilität ist das Ziel, wieder in meinem alten Beruf arbeiten zu
können, erreichbar bzw. erst möglich geworden. Ohne den PT i2 wäre eine berufliche
Eingliederung aus meiner Sicht nicht möglich, und der Weg in das Rentnerdasein wäre
vorprogrammiert gewesen.
Bei einem abschließenden Gesprächstermin in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in
Ludwigshafen, wurde Seitens der Verwaltungs- Berufsgenossenschaft Mainz entschieden,
dass der Personal Transporter i2 als Arbeitsmittel bereitgestellt wird. Diese Entscheidung,
wird von der Tatsache getragen, dass ich mit diesem Gerät trotz meiner Behinderung sehr
mobil geworden bin, und letztendlich wieder in das Arbeitsleben eingegliedert werden kann.
Außerdem wurde die Verordnung des PT i2 vom leitenden Arzt Herr Dr. Biglari, und dem
leitenden Physiotherapeuten Herr Besseling, der BGU-Ludwigshafen, ausdrücklich
empfohlen. Diese Herren konnten sich ja während meines vierwöchigen Segway-Trainings in
der BGU-Ludwigshafen ausreichen von den großen Fortschritten überzeugen, die ich
bezüglich meiner Belastbarkeit und meiner Mobilität erarbeiten konnte. Um es letztendlich
auf den Punkt zu bringen, der Personal Transporter von Segway bewahrt mich vor der
Arbeitslosigkeit bzw. vor dem vorzeitigen Rentnerdasein, und ermöglicht mir die
Wiedereingliederung in das Arbeitsleben.
Bisher ist es jedoch so, dass ich aufgrund der zum Teil fehlenden Stra0enverkehrszulassung
den Personal Transporter i2 von Segway nur eingeschränkt nutzen kann. Aber gerade in
meinem Fall, und ich bin überzeugt, dass ich nicht der Einzige bin, wäre es wünschenswert,
wenn man die neu erworbene Mobilität auch uneingeschränkt nutzen könnte. Ich würde das
Unternehmen Segway diesbezüglich bitten, doch bei den entsprechenden Stellen eine
bundeseinheitliche Regelung, bezüglich der Verkehrszulassung einzufordern.
In einigen Bundesländern gibt es ja für den Personal Transporter auch schon eine
Straßenzulassung, wie z. B. hier in Rheinland Pfalz. Dies erweitert meine Mobilität im
beruflichen Umfeld natürlich sehr. Leider gibt es in einigen Bundesländern, wie z. B. Hessen
oder Nordrhein Westfalen diese Straßenverkehrszulassung noch nicht. Da das Unternehmen
in dem ich beschäftigt bin aber im ganzen Bundesgebiet Kunden hat, ist dieser Umstand
natürlich nicht besonders vorteilhaft. So könnte ich also in dem einen Bundesland meiner
Arbeit nachgehen, und im nächsten Bundesland würde ich mich strafbar machen, wenn ich
eine öffentliche Straße mit dem Segway befahre. Da sich aber meine Behinderung räumlich
nicht auf einige Bundesländer begrenzen lässt, wäre eine bundeseinheitliche Regelung natürlich mehr als wünschenswert, bzw. dringend erforderlich. In dieser bundeseinheitlichen
Regelung sollte man, unter Berücksichtigung eines Nachteilausgleiches für behinderte
Menschen, auch das Befahren von Verkehrsbereichen, wie z. B. Fußgängerzonen oder
anderen verkehrsberuhigten Zonen erlauben. Denn auch in diesen Bereichen kann man seine
Behinderung nicht einfach ablegen. Hinsichtlich des Rechtes auf Gleichstellung behinderter
Menschen, sollte eine solche Regelung ja auch realisierbar sein. Für den behinderten Mensch
wäre das ein großer Zugewinn, sowohl in seiner privaten, als auch in seiner beruflichen
Mobilität, was insgesamt zu einer gesteigerten Lebensqualität führt.
Ich möchte mich hier auch noch einmal bei allen Beteiligten bedanken, die sich kurzerhand
bereiterklärt haben, diesen Test in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen
durchzuführen. Meines Wissens bin ich die erste „körperbehinderte“ Person, weltweit, die
unter diesen erstklassigen Voraussetzungen den Segway in einer Klinik testen durfte. Mit
ärztlicher Unterstützung, unter Betreuung der physiotherapeutischen Abteilung, und natürlich
unter der sachkundigen Federführung des Herrn Wieser der Firma Segway, wurde mir der
Weg zurück in Arbeitleben geebnet. Es gibt also reichliche Gründe, um sich hier an dieser
Stelle noch einmal für diese Unterstützung zu bedanken.
Diesen Erfahrungsbericht dürfen Sie frei verwenden, und meine Kontaktdaten dürfen Sie,
wenn gewünscht, ebenfalls weitergeben. Sollten sich also andere Betroffene finden, die sich
gerne mit mir über meine Erfahrungen mit dem PT i2 von Segway unterhalten wollen, stehe
ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Wolk
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